Gruß zum Sonntag -
Gruß zum Sonntag Trinitatis am 31.05.2026
von Pastorin Lilienthal
Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Vielleicht haben Sie diese Worte schon einmal gehört. Am Ende eines Gottesdienstes. Bei einer Taufe. Bei einer Hochzeit. Oder an einem Grab. Viele Menschen kennen diesen Segen, auch wenn sie mit Kirche sonst wenig zu tun haben. Und vielleicht liegt genau darin etwas Besonderes. Denn diese Worte haben Generationen begleitet. Sie wurden gesprochen, lange bevor es unsere Städte gab. Lange bevor jemand von Autos, Handys oder dem Internet geträumt hätte. Und trotzdem sind sie bis heute lebendig. Die Bibel erzählt, dass Mose diese Worte von Gott empfangen hat. Mose – das ist der Mann, den viele als das Findelkind im Körbchen auf dem Nil kennen. Später wurde er zum Anführer seines Volkes. Er führte Menschen durch unsichere Zeiten, durch die Wüste, durch Zweifel und Herausforderungen. Die Zukunft war ungewiss. Niemand wusste genau, was vor ihnen lag. Und genau in dieser Situation gibt Gott Mose einen Auftrag: Sein Bruder Aaron und alle Priester sollen so die Menschen segnen. Das finde ich bemerkenswert. Denn Gott gibt den Menschen keine Landkarte für die kommenden Jahre. Er verrät ihnen nicht, was morgen passieren wird. Er nimmt ihnen ihre Sorgen nicht einfach ab. Stattdessen gibt er ihnen einen Segen mit auf den Weg.
Der HERR segne dich und behüte dich. Das ist mehr als ein guter Wunsch. Es ist die Zusage: Du bist nicht allein. Da ist einer, der auf dich achtet.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Wer einen Menschen freundlich ansieht, schenkt ihm Aufmerksamkeit. Er nimmt ihn wahr. Vielleicht ist das eine der schönsten Botschaften dieses Segens: Gott sieht uns. Nicht nur die Starken, Erfolgreichen und Fröhlichen. Sondern jeden Menschen.
Und schließlich: Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Frieden – das klingt zunächst nach etwas Großem. Nach dem Ende von Kriegen und Konflikten. Doch der Frieden, von dem die Bibel spricht, beginnt oft viel kleiner. Er beginnt im Herzen eines Menschen. Dort, wo jemand spürt: Ich bin getragen. Ich muss nicht alles allein schaffen. Ich darf vertrauen. Vielleicht ist das der Grund, warum dieser Segen seit Jahrtausenden weitergegeben wird. Nicht weil er alle Probleme löst. Sondern weil er Menschen daran erinnert, dass ihr Leben in Gottes Hand liegt. Wir alle kennen Tage, an denen uns vieles gelingt. Und wir kennen die anderen Tage. Tage voller Fragen, Sorgen oder Unsicherheit. Niemand bleibt davon verschont. Der alte Segen verspricht nicht, dass uns schwere Zeiten erspart bleiben. Aber er erinnert uns daran, dass Gott auch dort gegenwärtig ist, dass wir gesehen sind. Und dass Gottes Begleitung oft schon dort beginnt, wo ein Mensch den Mut findet, den nächsten Schritt zu gehen.
So wünsche ich Ihnen für die kommende Woche Gottes reichen Segen.
Ihre Pastorin Carolin Lilienthal
Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen
P.S. Hier steht demnächst der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit!



