Ev.-luth. Kirchengemeinde Preetz

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Gruß zum Sonntag

Palmsonntag am 05. April 2020

Videoandacht zum Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde,

eine Spannung war zu spüren, damals in Jerusalem und Betanien: Große Freude und vermehrte Angst zugleich. Große Freude über den Einzug Jesu nach Jerusalem. Große Freude über den Einzug des Mannes, von dem gesagt wurde, er mache Blinde sehend, heile Kranke und helfe den Armen. Große Freude diesen Mann bei sich im Haus in Betanien zu haben und mit ihm den Abend verbringen zu können. Und zugleich wurde dieser Mann von hohen Schriftgelehrten, dem Kaiser gesucht, seine Taten hinterfragt, er verachtet. Sogar er selbst sprach von der Endgültigkeit seiner Zeit auf Erden, von seinem Tod in absehbarer Zeit.
Unsicherheit. Hilflosigkeit. Einsamkeit. Anspannung. Ohnmacht. Existenzangst.
Eine Spannung ist zu spüren, heute, hier bei uns in Preetz und auf der ganzen Welt: Große Freude und vermehrte Angst zugleich. Große Freude über den Frühling, die ersten warmen Sonnenstrahlen an der frischen Luft, die blühenden Bäume im Garten, die ersten Fahrradtouren mit den Kindern, das erste Stück Kuchen auf der Terrasse. Und zugleich große Fragezeichen den Corona-Virus betreffend, Angst vor Infizierungen, abgesperrte Spielplätze, Besuchsverbote, Angst um das eigene Einkommen.

Unsicherheit. Hilflosigkeit. Einsamkeit. Anspannung. Ohnmacht. Existenzangst.

Mitten in diese Spannung hinein trat eine Frau, damals in Betanien. Ohne abzuwarten, ohne zu zögern platzte sie in dieses Treffen hinein, ging direkt zu Jesus, an den Jüngern vorbei und salbte ihn mit dem kostbarsten Öl. Sie handelte intuitiv, wartete nicht ab, hatte ein Gespür für diese einmalige Situation, trat mutig und entschlossen auf. Eine einfühlende Geste aus Nähe und Zuwendung, damals in Bethanien.

Mut. Trost. Füreinander. Kraft. Hoffnung.

Mitten in diese Spannung hinein kommt ein Telefonanruf der Nachbarin mit der Frage nach dem eigenen Befinden; grüßt ein Mann einen anderen auf der Straße mit dem Wunsch gesund zu bleiben; legt ein Kind seiner Oma eine volle Einkaufstasche vor die Tür. Einfühlende Gesten aus Nähe und Zuwendung, heute, hier in Preetz und auf der ganzen Welt.  

Mut. Trost. Füreinander. Kraft. Hoffnung.

Handlungen, die Nähe und Zuwendung enthalten, die Angst und Einsamkeit lindern wollen. Handlungen, die Kraft, Halt, Trost und Mut geben wollen um die Spannung auszuhalten und durchzustehen. Handlungen, in denen spürbar wird, es wird weitergehen. Handlungen, die Hoffnung ausstrahlen und den Glauben an ein Danach wachhalten.
Denn es gibt ein Danach, damals in Betanien und Jerusalem und heute, hier bei uns in Preetz und auf der ganzen Welt. Ein Danach auf das gehofft werden kann, ein Danach an das geglaubt werden kann, ein Danach, aus dem Kraft gezogen werden kann.
Wie es sein wird, wissen wir nicht. Doch gehen wir den Weg dorthin und durch die Spannungen nicht alleine. Weder (Freude noch) Angst oder Hilflosigkeit müssen wir alleine erleben oder alleine durchstehen. Denn wir können darauf vertrauen, dass Gott den Weg mit uns geht auch und besonders durch das tiefste Leid und die größte Unsicherheit. Gott begleitet uns. Gott ist da: Damals in Betanien, in Jerusalem und heute hier bei uns, in Preetz und auf der ganzen Welt.
Amen.
Ihre/Eure Pastorin Yasmin Glatthor

 

 P.S. Hier steht der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit!

  >Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Judika) "O Mensch, bewein dein Sünde groß" (EG 76)

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Lätare) "Korn, das in die Erde" (EG 98)

TagesLosungen

Freitag, 3. April 2020:

Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.
Psalm 89,16

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5,8-9
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