Ev.-Luth. Kirchengemeinde Preetz
von Nordelbien zur Nordkirche

Losung für Donnerstag ,
30.03.2017

/Mose sprach:/ Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun.
5.Mose 13,1

/Jesus spricht:/ Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.
Matthäus 19,17

Gottesdienst u. Co

 

Kommende Gottesdienste


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Aus dem aktuellen Gemeindebrief: Auf ein geistliches Wort

Propst FaehlingLiebe Gemeindemitglieder!

Einfach geht nicht! Wenn ein kleines Kind nachts Angst hat, hilft oft schon ein einfaches kleines Licht am Nachttisch, das beim Einschlafen leuchtet. Dann wird alles gut. Oder wenn ein kleiner Mensch hinfällt, hilft oft einfach Pusten oder ein Trostpflaster, auch wenn gar nichts blutet. Und nur durch diese kleine Geste wird die Not geheilt.

Wir Erwachsenen lächeln bei solchen Geschichten, weil wir uns erinnern, wie einfach wir früher als Kinder zu trösten waren. Ich glaube, die Erinnerung daran bleibt ein Leben lang in uns.
Und wenn dann ein Mensch inzwischen schon erwachsen geworden ist, und wieder eine Verletzung passiert, dann kann ich mir vorstellen, dass eine alte Sehnsucht in der Seele aufwacht und wünscht, es möge wieder jemand mit so einfachen Hausmitteln kommen und es gut machen - einfach so.
Einfach so.
Ärzte kennen diese Sehnsucht: „Doktor, das hast du doch gelernt. Gib mir eine deiner Pillen, damit es einfach schnell wieder gut wird." Seelsorger werden ähnlich gefragt: „Was muss ich einfach mal machen, damit der Kummer aufhört?" Und übrigens auch Politiker werden immer wieder in Versuchung geführt, besonders kurz vor Wahlen: „Sagt uns, was ihr einfach mal tun wollt - energisch und entschlossen - damit alles gut wird. Wenn es gut klingt und schön einfach, wählen wir euch."
Menschen sehnen sich nach einfachen Antworten.
Ich kann das verstehen. Das Leben ist doch kompliziert genug.
Aber: Einfach geht nicht.
Das ist die Realität: Es gibt keine einfachen Antworten; weder zur Gesundheit, noch zum Trost der Seele, noch zur politischen Lösung einer gesellschaftlichen Herausforderung. Deshalb sollten wir jeder Form von Patentrezepten „mal einfach ... " misstrauen.
Es gibt keine einfachen Antworten. Das Leben ist nun einmal kompliziert. Das ist kein böser Wille, wenn eine Lösung längere Wege und auch eine gewisse Mühe braucht.
Deshalb möchte ich eine Lanze brechen für Ideen und Gedanken, die uns vor gewisse Mühen stellen. Ich glaube, am Ende haben wir dann bessere und tragfähigere Lösungen. Das gilt für alle Bereiche, und gerade auch für uns als Kirche.
Ein besonders anspruchsvolles Thema von Kirche ist die Passionszeit, auf die wir jetzt gerade zugehen. Die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern fordern unsere Gedanken und unsere Geduld immer besonders heraus. Wir bereiten uns darauf vor, dass das Kind, dessen Geburt wir eben noch so liebevoll und fröhlich gefeiert haben, als erwachsener Mensch sterben muss. Wir beschäftigen uns dazu mit dem Themen Verrat, Leiden, Angst und Tod. Wir durchwandern dabei menschliche Abgründe. Und immer wieder wenden sich Menschen von diesen Geschichten ab, denn sie sind ihnen zu kompliziert.
Ich verstehe das.
Aber wer sich so abwendet, verpasst etwas Wichtiges. Wir verpassen, wie einer, der Gott vertraut, am Ende neu dasteht. Wir verpassen, dass unser Ende für Gott der Punkt für einen Neubeginn ist - auch schon zu Lebzeiten. Und wir verpassen, wie ein schwieriger Weg am Ende dazu führt, dass tatsächlich Erlösung geschieht.
Ich weiß, diese Gedanken machen Mühe.
Ich erinnere mich, wie ich als Kind dem Jesus auf dem Weg zum Kreuz immer am liebsten zugerufen hätte: Lauf weg! Oder: Räch dich! Oder: Lass dir doch von den Engeln helfen. Ich fand es unerträglich, dass Jesus so geduldig diese schweren Schritte auf sich nahm. Aber heute glaube ich, dass sein eindeutiger Weg ans Kreuz die einzige Möglichkeit war, das Leben zu meistern und den Tod zu überwinden.
Heute bewundere ich Menschen, die einem schwierigen Weg nicht ausweichen, sondern geduldig in kleinen Schritten vorangehen, bis sie am Ziel sind. Abkürzungen sind verführerisch. Harte Schnitte sind verlockend. Einfache Antworten machen beliebt. Aber das Leben verlangt nach Geduld und nach sorgfältiger Betrachtung. Wer sich darauf einlässt, kommt an Ziele, die wir mit einfachen Antworten und auf schnellen Wegen nie erreichen würden.
Wir gehen quer durch die Fastenzeit ganz langsam und in kleinen Schritten auf Ostern zu. Dieses Fest bringt uns noch mehr als nur den ersehnten Frühling. Es erzählt uns, wie gerade der schwierige Weg ans Licht führt. Es erzählt, dass Jesus dem Tod die Macht genommen hat und ein Leben auferstehen lässt, das unverlierbar, geradezu ewig gültig ist.
Einfach geht das nicht.
Einfache Antworten können uns niemals so weit bringen.
Vielleicht haben Sie Lust, diese Gedanken einmal auf ihre Tauglichkeit zu testen.
In diesem Sinne eine gesegnete Fastenzeit und eine fröhliche Vorfreude auf Ostern.
Herzlich

Erich Faehling, Propst