Ev.-Luth. Kirchengemeinde Preetz
von Nordelbien zur Nordkirche

Losung für Montag ,
25.09.2017

Sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.
Psalm 30,6

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
Epheser 2,8

Gottesdienst u. Co

 

Kommende Gottesdienste


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Aus dem aktuellen Gemeindebrief: Auf ein geistliches Wort

Lars KroglowskiLiebe Leserinnen und Leser!

Die freien Tage des Urlaubs genossen. In die herrliche Bergwelt der Fjorde Norwegens eingetaucht und so einen Hauch von Ewigkeit eingeatmet. Wahnsinnig fotogene Sonnenaufgänge und -untergänge erlebt. Schöne Augusttage. Gut gegessen. Dies sind meine Erfahrungen und Empfindungen, wenn ich an meinen Urlaub zurück denke. Ich bin dankbar dafür und nehme sie mit in die grau-kühle Zeit, die vor uns liegt und hoffe, dass der Vorrat reicht, um über den Winter zu kommen.

Dankbarkeit heißt: nichts selbstverständlich zu nehmen, nicht zu vergessen. Wir sind Beschenkte. Dankbarkeit kommt von innen, Sensibilität für das, was nicht erarbeitet werden kann, sondern einem geschenkt wird. Ja, wir sind Beschenkte: Die Luft zum Atmen ist gratis, ohne unser Zutun ist sie da. Überhaupt mein Dasein, das Geschenk Gottes an mich schlechthin.

Das Erntelied von Matthias Claudius liegt mir in der frühen Herbstzeit immer besonders am Herzen: „Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.“ Dahinter steht für mich die Gottes Erkenntnis: Das Leben ist Gottes Geschenk an dich – und was du daraus machst, ist dein Geschenk an ihn. Wir leben von dem, was wir uns nicht selbst verdienen können, von der Erde, von der Luft, von der Sonne. Das alles ist uns gegeben, Lebensgüter Gottes. Dankbarkeit darüber und dafür kommt von innen, die kann man nicht verordnen.

Der Dank führt uns in das Zentrum unseres christlichen Glaubens. Ins Nachdenken darüber, wie wir mit den anvertrauten und geschenkten Gütern umgehen. Ein zentraler Gedanke ist das Teilen. Gelebt in jedem Gottesdienst durch unsere Kollekten. Geben ist Ausdruck des Gesegnetseins. Unsere Erntedankgottesdienste laden an einem Sonntag im Jahr zu dem ein, was einem Christen eigentlich das ganze Jahr gut zu Gesicht steht: der Sensibilität Raum zu geben, der Sensibilität dafür, dass wir Beschenkte sind, dass wir achtsam sind und bleiben oder es wieder neu werden. Erntedank lädt ein zum Wahrnehmen, Staunen, Loben, Danken, Betrachten, Hören, Riechen und schließlich auch zum Schmecken von Brot und Wein. Erntedank ist in seiner Konkretheit ein schönes Fest. Aber es stellt auch immer wieder kritische Rückfragen an uns!

Da legen wir die Gaben des Feldes auf den Altar und gleichzeitig ist Essen relativ billig geworden; was zu viel gekauft wurde, landet halt im Mülleimer. Da wollen wir hochwertige Nahrungsmittel und sind doch zu selten bereit, dafür auch adäquate Preise zu zahlen. Da schimpfen viele über schlechte Arbeitsbedingungen, Bezahlung und Ausbeutung, wollen aber gleichzeitig sonntags shoppen gehen und kaufen oft nur noch bei Großmärkten. Schuld wird auf die Topmanager geschoben. Dabei können wir mit unserem Einkaufsverhalten auch unseren Teil zur Veränderung beitragen. Aus Bequemlichkeit – ich kenne das von mir ganz genau – gehen wir oft den einfacheren Weg zum Schaden der Umwelt Somit ist der Erntedankaltar immer auch eine Anregung, eine Aufforderung zu sagen: „Das, was da liegt, sollen auch meine Kindeskinder noch aus der Realität kennen und nicht nur aus dem Museum.“
Ich bin von Gott mit Leben beschenkt worden und was ich daraus mache, ist mein Geschenk an ihn: dass auch andere diesen Reichtum Gottes erfahren. „Dafür will ich kämpfen. Dafür will ich etwas tun!“, sagen viele Menschen. Und das ist gut so: Sie spüren, was es heißt, Segen nicht als Resultat des Gebens, sondern Geben als Ausdruck des Gesegnetseins zu verstehen.

Wer dies erkennt, dass vieles von dem, was man zum Leben braucht aus Gottes Hand kommt, der geht damit anders um. Er wird der ständigen Konsumsteigerung den Abschied geben und mit Blick auf die nächsten Generationen leben – wie es uns ja bis heute viele Landwirte auch vorleben.

Beides sollte zusammen gehen: das eigene verantwortungsvolle Handeln aus der Einsicht heraus, dass wir ein Teil der Schöpfung Gottes sind, für die wir Verantwortung tragen. So wie Matthias Claudius in seinem Erntelied dichtet: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.“

Ein gesegnetes Erntedankfest  Ihr / Euer Lars Kroglowski